So langsam geht mir das Thema auf den Geist. Eine #wulff Twitter Meldung nach der anderen läuft über meine Timeline. Korrupt soll er sein und schlimmer noch, nur beichten, was wir alle eh schon aus der Bild wissen.
Ebbt die Woge ab, wird nachgeschoben. Gedroht habe er dem Chefredakteur der Bild Zeitung auf dessen Mailbox. Das erfahren wir gut zwei Wochen nach der Tat über seriöse Medien. Da stellt sich doch erst mal die Frage, warum Herr Diekmann seine Mailboxnachricht über dritte lanciert, statt sich gleich hinzustellen und zu sagen: “Der Herr Bundespräsident hat mir gedroht!”?
Drohen und einschüchtern, Angriff auf die Pressefreiheit? Der Anruf von Wulff zeigt doch mehr wie hilf- und machtlos er ist. Ein Bundespräsident kann die Pressefreiheit nicht einschränken. Was sollte er denn tun? Eine Razzia im Bild Büro, Herrn Diekmann in Schutzhaft nehmen? Die Druckmaschinen versiegeln lassen?
Nein nichts von dem könnte er auch nur im entferntesten andenken. So greift er mit der Wut der Verzweiflung zum Hörer und vergreift sich offensichtlich gehörig im Ton. Man hätte einen souveränen Präsidenten erwarten können und dürfen. Training on the Job ist eine feine Sache für einen Berufseinsteiger – nicht für einen Bundespräsidenten.
Aber auch er darf aber seine Meinung frei äußern. Und er hat Persönlichkeitsrechte. Wenn etwa über die Trennung des Vaters vom zweijährigen Wulff oder dessen Halbschwester berichtet wird, beschwert er sich zu Recht. Wenn wir von Politikern verlangen, alles offen zu legen, bis hin zur entwicklungspsychologischen Analyse ihrer Kindheit, so werden wir nur noch die ganz abgeklärten/abgebrühten dort sehen.
Den Hauskredit hat Wulff scheinbar zunächst auch für seine alleinige Privatsache gehalten. Doch dieser kam mittelbar von einer Person, welcher ihn in offiziellen Delegationen als Ministerpräsident begleitet hat. Und dessen Rat er geschätzt hat. Diese finanzielle Verbindungen als rein privat anzusehen, war eine Fehleinschätzung, welche ich von einem Bundespräsidenten nicht erwartet hätte.
Nun wir müssen wohl mit einem Bundespräsidentenlehrling im Amt leben. Im Gesamtbild wird jedoch hoffentlich anderes die Beurteilung dieses Präsidenten prägen. Etwas wir er das Thema muslimisch christlichen Zusammenlebens über seine gesamte Amtszeit befördert. Oder ober er den europäischen Zusammenhalt in der Krise zu stärken vermag.
Die eigentliche Frage hinter der ganzen Affäre ist für mich eine andere. Geschichten wie den Hauskredit haben Medien wie die Bild mehr in der Schublade als sie sie je veröffentlichen. So etwas gelangte nie über einen ihr gewogenen Präsidenten in die Bild.
Was ist wohl der wirkliche Grund für das Zerwürfnis zwischen Springer und Wulff?
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Lesenswert:
Wolfgang Michal – BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erlöse uns!
Esther Ruppert Laemmer – Nicht der Erste. Nicht der Letzte.
Dieter Grimm – Wulffs Anruf war kein Eingriff in die Pressefreiheit
Ich frage mich bei solchen Artikeln ob ich der Dumme bin der nichts versteht, aber sie machen in meinen Augen die Bild größer als sie ist.
Mit sein Verhalten macht Hr. Wulff doch genau das was eine Zeitung provoziert und zwar sich selber in eine Zwickmühle zu bewegen aus der er nicht mehr raus kommt. Anstatt ehrlich zu sein vertuscht, lügt er und versucht die Menschen für dumm zu verkaufen.
Ich glaube nicht, dass der einfache Bürger auf die Aussagen der Bild etwas gibt. Ich finde es nur lächerlich wie sehr sich ein Bundespräsident von dieser Zeitung beeindrucken läßt und wie lächerlich seine Reaktionen sind. Der arme Hr. Wulff…
Ich frage mich, wenn ich Ihren Artikel lesen u. ä. warum so schlaue Menschen wie sie denken dass der einfache Bürger nichts merkt. Nochmal wem interessiert die Aussagen der Bild…
LG
Huhu!!!
Sie schreiben sehr schön und interessant und werfen einige bedeutende Fragen auf.
Herr Wulff hat sich scheinbar in verschiedenen Angelegenheiten nicht richtig verhalten und es hat sich insgesamt ein negatives Image für ihn ergeben.
Nun mag er jedoch nicht zurücktreten und das sollte auch akzeptiert werden.
Die konventionellen Massenmedien übertreiben gegenwärtig die Aufklärungskampagne und es droht eine postmoderne Hexenjagd aus dieser Sache zu werden.
Das wäre eine Katastrophe, aber auch ein Zeichen unserer Zeit: Massenmedien wie Fokus, Spiegel, Bild, Welt usw. leben von dieser Sensationsmache und sind aufgrund ihrer Organisationsstruktur wohl auch darauf zwingend angewiesen.
Die Ergebnisse dieser Kampagnen sind in der Regel unerfreulich: Politikverdrossenheit, Bürgerwut und das Gefühl der Ohnmächtigkeit werden verstärkt.
Für mich ist die gegenwärtige Kampagne der konventionellen Massenmedien ein deutliches Kennzeichen, dass sich die Medienlandschaft verändern sollte:
Weg von den museumsreifen Propagandamaschinen hin zu dialogkonzentrierten Blogs und Foren.
Insgesamt ist das Verhältnis der etablierten Massenmedien zur Politik in höchstem Maße bedenklich geworden, oder???
Fröhliche Grüße, Ihre Auc